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Umfrage der Diakonie Schweiz zur Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Sozialdiakonie

Die Diakonie Schweiz hat Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone nach ihren Erfahrungen inmitten der Corona-Pandemie gefragt. Neben grossen Schwierigkeiten gibt es auch positive Effekte, die nun erhalten werden müssen.

Kategorie

Text, Journalismus

Kunde

Nonprofit

Jahr

2020

Die Kirchgemeinden haben mit grossem Nachdruck versucht, zu kompensieren, was durch Corona unterbrochen werden musste, so lautet ein Fazit der Erhebung der Konferenz Diakonie Schweiz, für die 30 Sozialdiakoninnen und Sozialdiakonen sowie Pfarrpersonen aus den Kantonalkirchen nach den Auswirkungen der Pandemie auf ihre Arbeit befragt wurden.

Der Corona-Lockdown hat in den Gemeinden neue Bedürfnisse hervorgebracht. Während materielle Hilfe lediglich in geringem Umfang angefragt wurde, standen alltagspraktische Dinge wie Einkaufshilfen oder Fahrdienste im Vordergrund. Ein starker Bedarf wurde an psychosozialer Unterstützung festgestellt: Berichte über Einsamkeit, Überforderung im Zusammenspiel von Arbeit, Homeschooling und familiären Bedürfnissen und eine allgemeine Verunsicherung standen an der Tagesordnung. Trotzdem haben die Netze im sozialen Nahraum sehr gut funktioniert, so ein Ergebnis der Erhebung.

Mit dem Lockdown wurde die Gruppenarbeit faktisch verboten – ein zentrales Element kirchlich-diakonischer Alltagsarbeit. Weggefallen sind vor allem gemeinschaftsbildende und familienunterstützende Angebote sowie diejenigen der Kinder- und Jugendarbeit. Stattdessen wurden Leistungen direkt am Wohnort besonders älterer Menschen erbracht, diese wurden per Telefonketten kontaktiert oder einzeln aufgesucht. Verstärkt etabliert wurde der virtuelle Austausch über Online-Plattformen.

Für Familien sollten neue Angebote die Mehrfachbelastung erleichtern. Beratungsangebote, Hausaufgabenhilfe oder Hütedienste sollten hier Hilfe bieten. In der Jugendarbeit wurde auf digitale Angebote gesetzt, wobei der Erfolg im Sinne einer digitalen Übermüdung eher durchzogen war. Insgesamt betrachtet haben die Sozialdiakoninnen, Sozialdiakone und Pfarrpersonen während des Lockdowns tendenziell weniger Arbeitszeit aufgewendet als vorher.

Die Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone in den reformierten Gemeinden der Schweiz waren in einem ersten Schritt stark damit beschäftigt, die behördlichen Anordnungen überhaupt umsetzen zu können. Positiv wurde vermerkt, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde teils wesentlich einfacher als im Normalfall verlaufen sei. Entscheidungswege liefen effizienter und schneller.

Unter den Freiwilligen fiel die zahlenmässig grosse und wichtige Gruppe der älteren Personen als Risikogruppen weg. Gleichzeitig kamen jüngere und kirchenferne Personen hinzu. Hier kam es zu einer deutlichen Umschichtung des freiwilligen Engagements. Besonders gut verlief dies in Gemeinden, in denen eine professionelle Freiwilligenbegleitung verankert war. Kirchgemeinden haben während des Lockdowns ausserdem intensiv neu mit vielen Gruppen der Zivilgesellschaft zusammengearbeitet.

Die Erhebung führt zu einigen Anfragen für die künftige Arbeit. So muss das methodische Rüstzeug in den Gemeinden sichergestellt sein, um die neuen Arbeitsmethoden nachhaltig anzuwenden. Weiter sollte die Schnelligkeit der Entscheidungswege zukünftig gewährleistet sein. Die neuen Freiwilligen müssen den Gemeinden erhalten bleiben. Der grosse Schritt in Richtung zivilgesellschaftlicher Netze muss beibehalten werden. Schliesslich sollten auch die wiederhergestellten Kontakte zu Personen, die aus dem Blickfeld geraten waren, gesichert werden.

Die Ergebnisse der Erhebung sind gemeinsam mit vielen Links und Hinweisen zu Unterstützung und Angeboten auf der Corona-Themenseite der Diakonie Schweiz unter www.diakonie.ch/corona aufgeschaltet.

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