Text / Diakonie Schweiz

Das Alter macht gelassen, zeigt eine Studie des Generationenhauses
Menschen in hohem Alter dürfen ein aktives und lustvolles Leben führen – aber nur in der Freizeit. Ab 66 ist man alt, und die wenigsten wollen unsterblich sein: ambivalente Ergebnisse zum Älterwerden aus einer Studie des Berner Generationenhauses.

Die vorherrschenden Altersbilder und die Einstellung gegenüber einer alternden Gesellschaft sind Inhalte einer jüngst vorgestellten Studie der Forschungsstelle sotomo. Das Berner Generationenhaus wollte mit Blick auf sein Jahresprogramm mehr zu den Fragen erfahren, welche Eigenschaften mit dem Altsein verbunden werden, wie mit der eigenen Vergänglichkeit umgegangen wird und worauf sich älter werdende Menschen freuen.

Herausgekommen sei ein vielseitiges Stimmungsbild, so die Forschungsstelle in einer Mitteilung. Ein erfreulich positives Bild des letzten Lebensabschnitts sei Resultat. Das Alter mache gelassen, sei herausgekommen: “Die Freiheit von belastenden Verpflichtungen steht klar im Vordergrund gegenüber einem Bild von Zerfall und Einschränkungen.”

Eine überwiegende Mehrheit gesteht laut Studie alten Menschen ein aktives und lustvolles Leben zu. Allerdings nur im Freizeitbereich. Ein Engagement in der Arbeitswelt oder der Politik erklärt eine deutliche Mehrheit für über 75-jährige Menschen als unangemessen.

In der Bevölkerung bestehe ein ambivalentes Verhältnis zum Älterwerden, betont sotomo. Während Jüngere die Sorge vor Einsamkeit und Verlust nahestehender Menschen nennen, drücken Ältere die Angst vor Fremdbestimmung aus. 71 Prozent der Befragten haben gemäss Mitteilung Angst vor Demenz und Alzheimer im Alter.

Nur jede siebte Person ab 70 Jahren bezeichne sich selber als alt, während für die unter 30-jährigen Befragten jemand schon ab 66 Jahren als alt gelte, stellt die Forschungsstelle fest. Den Traum der ewigen Jugend hege nur ein Drittel der Befragten. Unsterblich sein wollten nur 18 Prozent. Die Angst vor dem eigenen Tod verschwinde mit steigendem Alter zusehends.

Das Berner Generationenhaus hat als Ergänzung zur Studie 100 Menschen im Alter von 10 bis 100 Jahren zu ihren Einstellungen zum Alter und Altern befragt. Die Antworten wurden filmisch festgehalten und seien Grundlage für eine interaktive Webseite und eine Videoinstallation in der Ausstellung “forever young. Willkommen im langen Leben”, so das Generationenhaus. Die Ausstellung wird am 27. April 2019 eröffnet.

Anfang März diskutierte das Generationenhaus die Ergebnisse der Studie mit der Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello und dem Soziologen François Höpflinger. Die Gesellschaft pflege zahlreiche negativ konnotierte Altersbilder, heisst es in einem Bericht dazu von “und – das Generationentandem”. Die Definition des Alters basiere oft immer noch auf alten Mustern. Die Studienergebnisse zeigten, dass sämtliche Altersgruppen in unserer alternden, langlebigen Gesellschaft gefordert seien.

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